Archiv der Kategorie: Umsonst/For Free

Schnipselmontag (20): How to make gas money with „Dark Dark Dark“

Ah, geil, super Bandentstehungsgeschichte eben gelesen bei Tinymixtapes: Freunde machen Musik, sind an langweiligem Ort, beschließen an spannenderen Ort zu fahren und cruisen deswegen von Minneapolis (Norden) nach New Orleans (Süden). Benzin teuer, Geldbeutel leer. Lösung für dieses Problem? Musik.  Bedauerlicherweise lief dieses „getting gas money“-Geschäft so gut, dass aus der Roadtrippin‘-Kapelle eine mit Festnetzanschluss wurde und sich den Namen „Dark Dark Dark“ gab.

Super Geschichte, aber auch: super Band. Und mir bis vor kurzem noch völlig unbekannt. Und damit nicht weiter schale Worte das Web füllen, hier erstmal ein Höreindruck:

Ein großer Geist nannte die Musik „glasklar“ und „großartig“ und dem ist ja nichts weiter hinzuzufügen. Außer vielleicht, dass die Band aus Minneapolis nach wie vor keinen Plattenvertrag hat (Frage: Braucht man das? Könnte man sich diesen Part bei Bands nicht eigentlich in einer Rezension schenken?) und sich textlich, wie Midlake auf „The Trials of Van Occupanther“, viel mit der Natur, Wäldern, Tieren, Insekten auseinandersetzt. Instrumente kommen dabei auch natürlich auch vor, allen voran das Akkordeon und das Klavier, dazu noch Bass, Trompete, Klarinette und Banjo, gespielt von fünf Bandmitgliedern.

Dark Dark Dark, by Tod Seelie

Dark Dark Dark, by Tod Seelie

Ein sehr ausführlicher Text zur Band findet sich beim BlastMagazine, die Myspace-Seite hat wie immer Videos und Musik zu bieten und bei RCRD.LBL gibt es sogar noch mp3s und einen leicht tanzbaren Remix von „Daydreaming“.

Das neueste Album „Wild Go“ kann man hier kaufen: BrightBrightBright.

Got himself a room-service treat tonight: TT

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Schnipselmontag (19): The Boy Who Trapped The Sun

Ein Kollege wollte heute schon eine Nachricht schreiben, in der er – endlich! endlich! endlich! – die Ankunft des Frühlings feiern wollte. Ich konnte ihn gerade noch davon abhalten, denn schließlich war es kurz zuvor über die Agenturen gekommen: Der Winter kommt noch einmal zurück, wenigstens in Teilen Bayerns. Und tatsächlich: Man berichtete mir vorhin live und direkt aus dem Katastrophengebiet: „Es schneit!“
Für diesen Fall haben wir heute die passende Musik. Sie kommt von einem Solokünstler aus London, ursprünglich aber stammt er von der Isle of Lewis, einem Inselchen, das wie wir bei den White Tapes erfahren, „nordöstlich von der schottischen Küste“ liegt. Ach so, der Künstler heißt The Boy Who Trapped The Sun, was hervorragend die Klischees vom sonnenvernachlässigten Nordwesten Europas bedient.

Der Herr, der eigentlich Colin MacLeod heißt, macht, sagen wir mal, fährt Vollgas auf der Singer-Songwriter-Schiene. Mal muss man an Fionn Regan denken, mal an Iron&Wine, dann textet er wieder was von „the grass is always greener“, was ja mindestens bei Travis schon mal gehört wurde. Das macht Laune, das klingt gut, ohne jetzt wegweisend zu sein oder weh zu tun. Einfach gut, für das Ohr, für den Sonntag, für das derzeitige Wetter. Und noch toller: Es gibt einen Song für umme und zwar hier, wenn man seine E-Mail-Adresse da lässt. Bei Rough Trade gibt es die dazugehörige EP „Home“.

So klingt das:

Tänzelt durchs Leben, allenthalben: Tante Taifun

Heute mal was über Florian Silbereisen

Heute schreibe ich, dachte ich mir vorhin so beim Schlendern durch Prenzlauer Berg das Belgische Viertel, heute schreibste mal was über Florian Silbereisen. Einfach so. Also los geht es: Florian Silbereisen. Und schon hat man was über ihn geschrieben. So simpel.

Lieber würde ich aber was zu der von mir seit Jahren offenbar übersehenen Band „Mobius Band“ sagen bzw. schreiben. Ganz richtig: ohne Ö. Sondern mit O. Mobius. Das sog. Möbius Band ist irgendwas Mathematisches, ein Körper mit einer Kante und einer Fläche oder so. Soll auch einfach zu bauen sein: Nimmste n Streifen Papier und klebst die Enden aneinander, aber, Obacht!, vor dem Kleben bitte einmal drehen. Das sind dann am Ende so aus:

Streifen, Drehen, Kleben, Möbius

Streifen, Drehen, Kleben, Möbius

Ziemlich spektakulär. Und zurück zur Band. Die nehmen sich offensichtlich nicht nur Lieder anderer Bands und Künstler vor, aber auch. Und das mit ziemlichem Erfolg, wie ich finde. Sie deshalb schnöde eine Coverband zu schelten, fände ich übertrieben, schließlich sind Remix und Cover die Ingredienzen einer jeden KünstlerInnen-Existenz, es sei in diesem Zusammenhang an HH erinnert: Helene Hegemann. Gefickt wurde da jedenfalls noch nicht.

So, zum dritten Mal zurück zu Mobius: Besonders beeindruckend finde ich, wie sie aus Liedern von mir fernen sog. Künstlern wie Kanye West oder den Dixie Chicks absolut hörbare und wunderbare Songs basteln. Oder eben auch von mir näheren wie Daft Punk. Das klingt dann so:

Das Supernste aber ist, wie der Österreicher sagen würde, das Supernste ist, dass man alle EPs, auf denen diese Coverversionen sind,  für umme runterladen kann. Und damit es nicht so ein Geschisse ist, sind hier die Links zu den ZIP-Dateien:

Empire of Love

Love will reign supreme

Wer sich jetzt fragt: Liebe? Dem sei gesagt: Sind EPs, die zu den vergangenen Valentins-Tagen rausgebracht wurden. Mit dabei ist auch eine wunderbare Version von „Baby, we’ll be fine“ von The National, die wiederum Ende Mai ein neues Album rausbringen und am 9. Mai in Berlin im Astra spielen. Wo auch immer das sein mag. Ich werde dort sein.

Und jetzt noch einmal Florian Silbereisen:

Will so etwas öfter sehen: Tante Taifun

RZA plus John Lennon=gut

Ja, woher kennt man das gleich nochmal, dass sich jemand die Beatles schnappt und sie verhackstückt? Jubb, von DJ Danger Mouse und seinem bekannten Grey Album, das das Black Album von Jay-Z und das White Album von den Beatles zusammengeführt hat. Und jetzt kommt ein Herr namens Tom Caruana daher, nimmt den Wu Tang-Clan und die Beatles und macht daraus:  Enter The Magical Mystery Chambers.

Und ich will nicht lange rumreden: Das Teil geht sowas von gut nach vorne, da wackeln einem die Zehennägel. Und rollen sich die Wimpern auf. Wie auch immer: Das Beste ist, dass man das Teil nicht kaufen muss, sondern einfach runterladen kann. Und zwar hier. Kostenlos.

Anhören kann man es jetzt aber schon bei uns nicht, weil der Code zum Embedden offensichtlich nicht funktioniert. Toll, wie das hier alles geht. Dann  müsst ihr eben auf die Seite gehen und dort direkt runterladen. Lohnt sich aber in jedem Fall…hach, Youtube rettet uns nochmal alle:

Doch nicht zum Serienkiller mutiert: Tante Taifun

Unsere gesammelten Blockflöten

Gefühlte hundert Jahre sind es her, dass wir hier aktiv waren. Auch an uns ist Weihnachten nicht spurlos vorübergegangen. Einige von uns hängen zwischen Büchern, andere zwischen Kopfhörern fest. Keine gute Ausrede, aber immerhin ein Einstieg für einen Text, dessen einzelne Teile leider gar nichts miteinander zu tun haben werden. Außer eben: Ist Musik.

Los geht’s mit den netten Menschen von analogsoul aus Leipzig. Das ist ein, wie sagt man, Netlabel? Label? Na, eine kleine Plattenfirma ohne Firma halt, die ausschließlich Künstler herauszugeben scheint, die man so gar nicht kennt. Weil man wahrscheinlich nicht mit offenen Augen durch die Welt läuft. Sonst wären einem Jaara oder Clannish ja schon längst ein Begriff und man könnte zu ihren wahlweise elektronischen (Clannish) oder handgemachten (Jaara), boah, Klängen, doppelboah, schwelgen. In anderen Worten: Diese beiden Bands sind ein absoluter Anspieltipp, unbedingt, mit heißen Fingern. Und obendrauf feiert analogsoul auch noch seinen zweiten Geburtstag, am 22. Januar in der Galerie KUB in Leipzig. Mehr Infos dazu gibt es hier. Ach ja: Hoch die Tassen und zeigt mal n bisschen Unterstützung für die Damen und Herren Analogsoul und geht zu der Party!

Zwischendrin schnell ein Video zum Erholen. Es geht um Weihnachten, glaube ich. Und Jesus. Habe mich noch nicht entschieden, ob derjenige hinter dem Video ein Jesus-Freak ist oder ein sich darüber lustig Machender, sprich: ein Höllensatanist.

Während ich das hier so eintippe und der Kaffee langsam aber sicher sein Ziel (mein Hirn) erreicht hat, fällt mir wieder die absurdeste Meldung ein, die ich heute geschrieben habe bzw. die Ausgangsmeldung, auf der meine basierte. Es geht um Zufriedenheit und darum, dass es egal ist, wer Du bist, was Du weißt, wie Du heißt, wie alt Du bist, was Du arbeitest und auch irgendwie wo Du wohnst. Hauptsache, es ist Wochenende! Dann fühlst Du dich frei und kompetent und willst Freunde treffen und so weiter und so fort…damn, aber dann kommt der Sonntagabend und die Welt kollabiert in Dir. Klingt scheiße? Ist Wissenschaft. Kein Witz. Heißt Weekend-Effect.

[Noch drei Tage übrigens, dann sind wir wieder wer.]

Von Peter habe ich den heißen Tipp geklaut, den ich mit Whitest-Boy-Alive-Soundalike umschreiben möchte. Na, schon gespannt? Die Band heißt aber nicht etwa Brownest-Girl-Dead oder so. Sondern Digits. Zahlen. Huijuijui. Ziemlich preisverdächtig, wäre da nicht die Musik. Die zaubert mir nämlich in der Tat ein Lächeln auf das ansonsten ziemlich eingefrorene Gesicht. Denn irgendwie scheint bei Digits und mir auf Anhieb ne Menge zu harmonieren. Ich skippe nicht, ich fastforwarde nicht (spulen sagt man, ne?), ich überlege gar, die zehn Dollar in das „hand made sleeve“ zu investieren. Das wäre doch was. Vielleicht mache ich das gleich noch. Und so hört sich das an:

Hier kann man sich das ganze Album „Hold it close“ anhören und hier gibt es die News zur Band.

And zuletzt gives it dann noch ein komplettes, sehr, sehr tanzbares und hübsches Mixtape (immer hübsch druffklicken, rechte Maustaste bringt nüscht) von den jungen Damen und Herren von The Blue Walrus. Die haben uns ja schon die Official Secrets Act, den Two Door Cinema Club und Florence and the Machine eingebrockt. Mal sehen, woran unsere Ohren dieses Mal so hängen bleiben. Ich tippe ja auf: Coeur De Pirate – Comme Des Enfants (Le Matos Andy Carmichael Remix) (Ist das nicht süß, wie da jemand französisch singen will und es klingt, als wäre es eine Engländerin? Ist aber aus Montréal, das Piratenherz.)

So far from us, mal wieder.

In freudiger Erwartung des Wochenendes:

Tante Taifun

Schnipselmontag (17): Midlake – Der Mut anderer

Neulich sprach ich mit einem unserer Musikredakteure, also einem, der es wissen könnte, aber nicht wissen muss. Er sagte: „Ich weiß von nichts.“ Doch ich weiß jetzt: Schade, dass er es nicht wusste. Denn: Das neue Album von Midlake könnte in der Tat diesen Winter, der so schön begann, bereichern.

Wat? Midlake, neues Album? Wer hat denn da gepetzt? Na, die hier und die hier und am Ende bin ich hier auf zwei neue Songs gestossen:

Midlake – Acts Of Man

Midlake – Rulers Ruling All Things

Ach so, das neue Album wird „The Courage of Others“ heißen, am 29. Januar erscheinen und so aussehen:

Seit dem 15. Dezember gibt es in Indieplattenläden in Europa übrigens auch eine limitierte Vinylausgabe der ersten zwei Songs des neuen Albums. Ob das die zwei da oben sind? Keine Ahnung.

In Hab-Acht-Stellung: Tante Taifun

Schnipselmontag (16): Analogsoul und detektor.fm

Nikolaus war gestern, Weihnachten ist überübermorgen. Die Gegenwart heißt: detektor.fm. Vielleicht wird es auch der Spitzname der Zukunft des Radios, denn: Detektor.fm heißt ein neuer Radiosender, der aus dem schönen Leipzig für die Welt sendet. Und zwar unter dem schönen Claim „Zurück zum Thema“. Die Selbstbeschreibung des Senders findet ihr hier und hier. Kleiner Auszug gefällig?

Bitte sehr:

„detektor.fm veranstaltet ein qualitativ hochwertiges Radioprogramm. Mit Sitz in Leipzig ist es weltweit online empfangbar. detektor.fm verpflichtet sich der fairen und vollständigen Darstellung von Geschehnissen und Themen im Programm und auf seiner Online-Plattform. Seine Mitarbeiter bekennen sich zu journalistischen Standards, die Grundlage für den eigenen Anspruch sind, hintergründige Publizistik zu produzieren. detektor.fm berichtet unabhängig, ausgewogen und mit der größtmöglichen Sorgfalt.“

Klingt vielleicht erstmal hölzern, aber der erste Höreindruck ist ein durchweg positiver. Außerordentlich gelungene Musikauswahl, sympathische Stimmfarbe bei den ModeratorInnen und zum Glück, das kann man ja nicht wert genug schätzen, keine nervigen Jingles und penetranten Station-IDs. Weiter so!

Zum Sendestart schenkt Euch das Team jeden Tag einen Song zum Download. Gehet hin und holet ihn Euch! Bisher verschenkt wurden Songs von Lena Malmborg, Super 700, Tele, Friska Viljor, I Might Be Wrong und Dear Reader. Türchen 3 finde ich irgendwie nicht.

Unser zweites Geschenk kommt ebenfalls in Form eines digitalen Adventskalenders daher. Die Jungs von Analogsoul, einem Leipziger Netlabel und Veranstaltungs-Bookings-Dingens, haben 24 hübsche Präsente verpackt und werfen eines davon im Vorlauf zu Weihnachten jeden Tag in deinen digitalen Warenkorb. Den musst Du jetzt nur noch hierher lenken und los geht’s! Zitat der Analog-Jungs dazu (wir könnten es kaum besser sagen): „über die adventszeit kommt so ein soundtrack aus projekten, die wir mögen und unterstützen zustande. von live-electronica über singer/songwriter bis elektro-pop, passt nie ganz in schubladen und hat vor allem immer hohe qualität.“ Jubb, so isses.

Geht mal seine Päckchen packen: Tante Taifun