Archiv der Kategorie: Schnipselmontag

Schnipselmontag (22): Too cheesy?

Is this too cheesy? Or yet another dancefloor-filler?

Snow, nothing but snow: TT

Schnipselmontag (21): aliOOFT – Instant Liking

Uhrenvergleich: fünf Uhr und zweiunddreißig. Das ist ungefähr die Zeit für diesen Track hier. Innerhalb weniger Minuten, ach was!, Sekunden für gut befunden. Nicht unwahrscheinlich, dass der durch die Boxen kommt am 18.12. bei LAMETTA BERETTA.

Und bitte auch  noch einen warmen Applaus für folgenden Remix von den Herrn von aliOOFT:

Ach, das Beste kommt halt doch zum Schluss. Don’t you worry!

No worries at all: TT

 

 

Schnipselmontag (20): How to make gas money with „Dark Dark Dark“

Ah, geil, super Bandentstehungsgeschichte eben gelesen bei Tinymixtapes: Freunde machen Musik, sind an langweiligem Ort, beschließen an spannenderen Ort zu fahren und cruisen deswegen von Minneapolis (Norden) nach New Orleans (Süden). Benzin teuer, Geldbeutel leer. Lösung für dieses Problem? Musik.  Bedauerlicherweise lief dieses „getting gas money“-Geschäft so gut, dass aus der Roadtrippin‘-Kapelle eine mit Festnetzanschluss wurde und sich den Namen „Dark Dark Dark“ gab.

Super Geschichte, aber auch: super Band. Und mir bis vor kurzem noch völlig unbekannt. Und damit nicht weiter schale Worte das Web füllen, hier erstmal ein Höreindruck:

Ein großer Geist nannte die Musik „glasklar“ und „großartig“ und dem ist ja nichts weiter hinzuzufügen. Außer vielleicht, dass die Band aus Minneapolis nach wie vor keinen Plattenvertrag hat (Frage: Braucht man das? Könnte man sich diesen Part bei Bands nicht eigentlich in einer Rezension schenken?) und sich textlich, wie Midlake auf „The Trials of Van Occupanther“, viel mit der Natur, Wäldern, Tieren, Insekten auseinandersetzt. Instrumente kommen dabei auch natürlich auch vor, allen voran das Akkordeon und das Klavier, dazu noch Bass, Trompete, Klarinette und Banjo, gespielt von fünf Bandmitgliedern.

Dark Dark Dark, by Tod Seelie

Dark Dark Dark, by Tod Seelie

Ein sehr ausführlicher Text zur Band findet sich beim BlastMagazine, die Myspace-Seite hat wie immer Videos und Musik zu bieten und bei RCRD.LBL gibt es sogar noch mp3s und einen leicht tanzbaren Remix von „Daydreaming“.

Das neueste Album „Wild Go“ kann man hier kaufen: BrightBrightBright.

Got himself a room-service treat tonight: TT

Schnipselmontag (19): The Boy Who Trapped The Sun

Ein Kollege wollte heute schon eine Nachricht schreiben, in der er – endlich! endlich! endlich! – die Ankunft des Frühlings feiern wollte. Ich konnte ihn gerade noch davon abhalten, denn schließlich war es kurz zuvor über die Agenturen gekommen: Der Winter kommt noch einmal zurück, wenigstens in Teilen Bayerns. Und tatsächlich: Man berichtete mir vorhin live und direkt aus dem Katastrophengebiet: „Es schneit!“
Für diesen Fall haben wir heute die passende Musik. Sie kommt von einem Solokünstler aus London, ursprünglich aber stammt er von der Isle of Lewis, einem Inselchen, das wie wir bei den White Tapes erfahren, „nordöstlich von der schottischen Küste“ liegt. Ach so, der Künstler heißt The Boy Who Trapped The Sun, was hervorragend die Klischees vom sonnenvernachlässigten Nordwesten Europas bedient.

Der Herr, der eigentlich Colin MacLeod heißt, macht, sagen wir mal, fährt Vollgas auf der Singer-Songwriter-Schiene. Mal muss man an Fionn Regan denken, mal an Iron&Wine, dann textet er wieder was von „the grass is always greener“, was ja mindestens bei Travis schon mal gehört wurde. Das macht Laune, das klingt gut, ohne jetzt wegweisend zu sein oder weh zu tun. Einfach gut, für das Ohr, für den Sonntag, für das derzeitige Wetter. Und noch toller: Es gibt einen Song für umme und zwar hier, wenn man seine E-Mail-Adresse da lässt. Bei Rough Trade gibt es die dazugehörige EP „Home“.

So klingt das:

Tänzelt durchs Leben, allenthalben: Tante Taifun

Schnipselmontag (18): Vom zweifelhaften Vergnügen, die Süddeutsche Zeitung lesen zu dürfe8

Ich hatte heute das durchwachsene sog. Vergnügen, die SZ zu lesen. Vier Beispiele:

Seite 6, Überschrift „Pass für ein fremdes Mutterland“: „In Zeiten des Schengener Abkommens, das Grenzkontrollen abschafft, greift dieser Bazillus beispielsweise auch auf Südtirol über: Dort agitiert die regierende Volkspartei für eine automatische österreichische Staatsbürgerschaft neben der italienischen. […] Die Magyaren mochten damals nicht den wilden Mann im Karpatenbecken spielen. […] Eine regelrechte Invasion von außerhalb der EU steht der Union aber erst mit dem Beitritt Kroatiens bevor: […]“

Seite 10, „Lang Langs Ekstasen und Erleuchtungen“: „Nach dieser nicht eben fesselnden Erfahrung musste man sich vor der ‚Appasionata‘ geradezu fürchten. Immerhin: Deren Finale provozierte Lang Lang doch dazu, dynamisch etwas gemäßer zu spielen: In Beethovens Presto-Stretta imponierten seine physischen wie psychischen Reserven. Dem Kopfsatz fehlte – wenn nicht gerade Fortissimo-Ausbrüche zu bewältigen waren – im leisen und mittleren Bereich die klangliche Sonorität (was auch an der Gasteig-Akustik liegen kann) und mehr noch die rhytmische Schärfe. Lang Lang verwischte in diesem Allegro Assai den Unterschied zwischen Achtel und Sechzehntel. Aber die Moll-Terzen des Hauptthemas müssen hier als unheimlich knappe Sechzehntel erscheinen und wirklich nicht als verbindliche Achtelnoten.“

Seite 12, „Anything Ghost“, Thema: Helene Hegemanns 18ter Geburtstag im Tresor: „Dunkles Geheimnis Heterosexualität, ich könnte kotzen. […] Gefickt wird hier erstmal nicht. […] Ich kann mich grad nicht entscheiden, aus welchem Grund ich weinen muss. […]“

Seite 33, „Die schönste Stadt Deutschlands“, Thema ist Köln und seine Bummstruppe 1.FC: „Bisher hatte er (der Stadionsprecher)  die auswärtigen Klubtouristen immer in der ’schönsten Stadt Deutschlands‘ willkommen geheißen. Den Gegensatz zwischen diesem dreisten Anspruch und der gebauten Wirklichkeit der Stadt lässt zwar selbst Besucher aus Gelsenkirchen oder Wolfsburg lächeln, aber das ist völlig egal, weil die Botschaft sich gar nicht an die Fremden, sondern an die Einheimischen richtet. Es ist die Versicherung von Heimat und kölscher Geborgenheit, und der 1.FC Köln mitsamt dem quasikatholischen Dauerkarneval in seinem herrlichen Stadion sind Teil dieser erfüllten Identität und Selbstwahrnehmung. […] Es ist so weit gekommen, dass viele sich nicht mehr wohlfühlen in der schönsten Stadt Deutschlands. […] Der FC wird deswegen nicht absteigen, aber seine Perspektive in der Bundesliga ist die gleiche wie die seiner Heimatstadt im gemeinen Alltag: Man ist gewzungen, am existentiellen Abgrund zu improvisieren.“

Wundert sich über fast nichts mehr bei seinem Hausblatt, seit er dort auf der Titelseite das Wort „Volkszorn“ in einem angeblich nachrichtlichen Text gelesen hat: Tante Taifun

Schnipselmontag (17): Midlake – Der Mut anderer

Neulich sprach ich mit einem unserer Musikredakteure, also einem, der es wissen könnte, aber nicht wissen muss. Er sagte: „Ich weiß von nichts.“ Doch ich weiß jetzt: Schade, dass er es nicht wusste. Denn: Das neue Album von Midlake könnte in der Tat diesen Winter, der so schön begann, bereichern.

Wat? Midlake, neues Album? Wer hat denn da gepetzt? Na, die hier und die hier und am Ende bin ich hier auf zwei neue Songs gestossen:

Midlake – Acts Of Man

Midlake – Rulers Ruling All Things

Ach so, das neue Album wird „The Courage of Others“ heißen, am 29. Januar erscheinen und so aussehen:

Seit dem 15. Dezember gibt es in Indieplattenläden in Europa übrigens auch eine limitierte Vinylausgabe der ersten zwei Songs des neuen Albums. Ob das die zwei da oben sind? Keine Ahnung.

In Hab-Acht-Stellung: Tante Taifun

Schnipselmontag (16): Analogsoul und detektor.fm

Nikolaus war gestern, Weihnachten ist überübermorgen. Die Gegenwart heißt: detektor.fm. Vielleicht wird es auch der Spitzname der Zukunft des Radios, denn: Detektor.fm heißt ein neuer Radiosender, der aus dem schönen Leipzig für die Welt sendet. Und zwar unter dem schönen Claim „Zurück zum Thema“. Die Selbstbeschreibung des Senders findet ihr hier und hier. Kleiner Auszug gefällig?

Bitte sehr:

„detektor.fm veranstaltet ein qualitativ hochwertiges Radioprogramm. Mit Sitz in Leipzig ist es weltweit online empfangbar. detektor.fm verpflichtet sich der fairen und vollständigen Darstellung von Geschehnissen und Themen im Programm und auf seiner Online-Plattform. Seine Mitarbeiter bekennen sich zu journalistischen Standards, die Grundlage für den eigenen Anspruch sind, hintergründige Publizistik zu produzieren. detektor.fm berichtet unabhängig, ausgewogen und mit der größtmöglichen Sorgfalt.“

Klingt vielleicht erstmal hölzern, aber der erste Höreindruck ist ein durchweg positiver. Außerordentlich gelungene Musikauswahl, sympathische Stimmfarbe bei den ModeratorInnen und zum Glück, das kann man ja nicht wert genug schätzen, keine nervigen Jingles und penetranten Station-IDs. Weiter so!

Zum Sendestart schenkt Euch das Team jeden Tag einen Song zum Download. Gehet hin und holet ihn Euch! Bisher verschenkt wurden Songs von Lena Malmborg, Super 700, Tele, Friska Viljor, I Might Be Wrong und Dear Reader. Türchen 3 finde ich irgendwie nicht.

Unser zweites Geschenk kommt ebenfalls in Form eines digitalen Adventskalenders daher. Die Jungs von Analogsoul, einem Leipziger Netlabel und Veranstaltungs-Bookings-Dingens, haben 24 hübsche Präsente verpackt und werfen eines davon im Vorlauf zu Weihnachten jeden Tag in deinen digitalen Warenkorb. Den musst Du jetzt nur noch hierher lenken und los geht’s! Zitat der Analog-Jungs dazu (wir könnten es kaum besser sagen): „über die adventszeit kommt so ein soundtrack aus projekten, die wir mögen und unterstützen zustande. von live-electronica über singer/songwriter bis elektro-pop, passt nie ganz in schubladen und hat vor allem immer hohe qualität.“ Jubb, so isses.

Geht mal seine Päckchen packen: Tante Taifun