Archiv der Kategorie: Interview

Überhöhung des Banalen

Die Sendung „Druckfrisch“ mit Denis Scheck sehe ich gerne. Nicht weil ich mich übermäßig für die besprochenen Bücher und interviewten Autoren interessiere, sondern weil der Mann sich so viel Mühe gibt, Vampirschmonzetten und Glücksratgeber mit präzisen Punchlines zu zerquetschen.

Außerdem sind die Bilder schön, werden aufwendig gedreht und clever geschnitten. Was dazu führen kann, dass der Kameramann samt Steadycam auf einem Segway um den Moderator kreist. Und das alles spät nachts und einmal im Monat in der ARD.

Einmal diente der Leesesaal der Deutschen Bücherei in Leipzig als Kulisse.

Vergangene Woche nahm sich Denis Scheck in seiner regelmäßigen Besprechung der Bestseller-Liste einer Biographie über Robert Enke an.

Zitat:

„Dieses Buch trägt bei aller aufklärerischen Absicht seinen Teil bei zu jener idiotischen Heroisierung des Sports, zur Verblödung insbesondere der deutschen Männer und zur Verödung unserer Medien durch die groteske Überschätzung jenes nationalen Irrsinns namens Fußball, der daraus resultierenden Überhöhung des Banalen und der Banalisierung des Hehren, zum Verlust von Werten und zur Eintrübung des ästhetischen Geschmacks.“

(exakt bei Minute 3 im verlinkten Video)

Was für eine wohltuende Wut.

k’noff

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Interview mit Artur Rojek: „Wir sind in Polen am Anfang“

the:hoff und Tante Taifun tummeln sich derzeit im polnischen Mysłowice, wo zum vierten Mal das OFF-Festival stattfindet. Das OFF gilt als das größte und (was auch immer das heißen soll) alternativste Musikfestival Polens. Wir haben mit dem Organisator und künstlerischen Leiter des OFF, Artur Rojek, gesprochen. Rojek ist auch Sänger der bekanntesten polnischen Band, Myslovitz.

Obwohl Polen ja nur einen Steinwurf von Leipzig entfernt ist, wussten wir bis zu unserer kleinen Reise nicht allzu viel über die dortige Indie- oder Alternativszene. Kein Wunder, steht diese doch selbst noch in den Startlöchern. Auf die Frage, was musikalisch in Polen derzeit besonders angesagt sei, sagte Rojek uns nämlich: „Wir in Polen sind noch am Anfang.“ Was er sonst noch gesagt hat, steht im kompletten Interview bei jetzt.de.

Rojeks aktuelle Single, auf die wir im Gespräch ebenfalls kurz eingehen, könnt ihr hier anhören. Es geht, seltsam genug, um einen General. Da wir aber kein Polnisch können, kann man sich einfach nur an der schönen Aussprache des Polnischen erfreuen.

Frisch und munter aus dem Hotelbett gebloggt: the:hoff und Tante Taifun