Überhöhung des Banalen

Die Sendung „Druckfrisch“ mit Denis Scheck sehe ich gerne. Nicht weil ich mich übermäßig für die besprochenen Bücher und interviewten Autoren interessiere, sondern weil der Mann sich so viel Mühe gibt, Vampirschmonzetten und Glücksratgeber mit präzisen Punchlines zu zerquetschen.

Außerdem sind die Bilder schön, werden aufwendig gedreht und clever geschnitten. Was dazu führen kann, dass der Kameramann samt Steadycam auf einem Segway um den Moderator kreist. Und das alles spät nachts und einmal im Monat in der ARD.

Einmal diente der Leesesaal der Deutschen Bücherei in Leipzig als Kulisse.

Vergangene Woche nahm sich Denis Scheck in seiner regelmäßigen Besprechung der Bestseller-Liste einer Biographie über Robert Enke an.

Zitat:

„Dieses Buch trägt bei aller aufklärerischen Absicht seinen Teil bei zu jener idiotischen Heroisierung des Sports, zur Verblödung insbesondere der deutschen Männer und zur Verödung unserer Medien durch die groteske Überschätzung jenes nationalen Irrsinns namens Fußball, der daraus resultierenden Überhöhung des Banalen und der Banalisierung des Hehren, zum Verlust von Werten und zur Eintrübung des ästhetischen Geschmacks.“

(exakt bei Minute 3 im verlinkten Video)

Was für eine wohltuende Wut.

k’noff

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