Tagesarchiv: 02/12/2010

Dreiteiler

Neulich in Braunschweig ist mir das hier passiert:

Es war schon dunkel, Handy am Ohr, zack, hängengeblieben, Brett rollt unter parkendem Auto durch und wie in Zeitlupe auf die Straße, Auto kommt, fährt genüsslich drüber, Rateng, alles unspektakulär.

Jetzt überlege ich, was ich mit dem Deck machen kann. Achsen und Rollen werden natürlich weiterverwendet.

Das Deck besteht aus neun Lagen kanadischem Ahorn. Das möchte ich nicht einfach wegwerfen. Vielleicht kann man etwas daraus bauen?

Zwei Japaner haben aus ihren Decks einen Delfin mit Rollen gebaut.

Die hier formen aus Kleinteilen Mosaike.

Diese Masken für die Wand gefallen mir besonders gut. Wenn man nach Kunst aus zerbrochenen Skateboards googelt, findet man Unmengen. Vielleicht sollte ich das Deck doch wegschmeißen?

Aus Hamburg im Schnee: k’noff

Überhöhung des Banalen

Die Sendung „Druckfrisch“ mit Denis Scheck sehe ich gerne. Nicht weil ich mich übermäßig für die besprochenen Bücher und interviewten Autoren interessiere, sondern weil der Mann sich so viel Mühe gibt, Vampirschmonzetten und Glücksratgeber mit präzisen Punchlines zu zerquetschen.

Außerdem sind die Bilder schön, werden aufwendig gedreht und clever geschnitten. Was dazu führen kann, dass der Kameramann samt Steadycam auf einem Segway um den Moderator kreist. Und das alles spät nachts und einmal im Monat in der ARD.

Einmal diente der Leesesaal der Deutschen Bücherei in Leipzig als Kulisse.

Vergangene Woche nahm sich Denis Scheck in seiner regelmäßigen Besprechung der Bestseller-Liste einer Biographie über Robert Enke an.

Zitat:

„Dieses Buch trägt bei aller aufklärerischen Absicht seinen Teil bei zu jener idiotischen Heroisierung des Sports, zur Verblödung insbesondere der deutschen Männer und zur Verödung unserer Medien durch die groteske Überschätzung jenes nationalen Irrsinns namens Fußball, der daraus resultierenden Überhöhung des Banalen und der Banalisierung des Hehren, zum Verlust von Werten und zur Eintrübung des ästhetischen Geschmacks.“

(exakt bei Minute 3 im verlinkten Video)

Was für eine wohltuende Wut.

k’noff