Schnipselmontag (10): Rosenkavaliere, Könige und Nummerngirls

Nachdem wir nun wirklich die letzten Fitzelchen Restmüdigkeit aus unseren güldenen Knochen geschüttelt haben und sogleich in die Planung für unser Sommerfest am 15. August eingestiegen sind, kommt dieser Eintrag, mal wieder, einen Tag zu spät. Dienstag statt Montag. Der Rat der leisen Weisen denkt über eine Änderung des Rubriknamens nach. Oder belässt alles beim Alten und hat somit immer schon einen Absatz gut, in dem man die Verspätung erklärt.
Schnell zu Schnipsel 1: Über die immer wieder erstaunliche Seiteblogveröffentlichungsmaschine RCRD.LBL (sprich: Plattenfirma) kommt Kunde in unsere Stereoanlage, dass die junge Band Cavalier Rose mit Hauptwohnsitz Brooklyn ihre erste EP verschenkt. Verschenken, Leute, ist das neue Konsumieren. Geht bitte hier hin und holt Euch schnellstens diese sehr wunderbare Scheibe, die wieder einmal folgende Frage im Kopf stellt: An wessen knödelig-liebenswerte Stimme erinnert die der Sängerin Heather Christian? Und: Was gibt es in Brooklyn, speziell: Williamsburg zu essen, dass die dort alle so scheißcool und trotzdem liebenswert aussehen? Nicht zuletzt: Wieso ist diese Band noch nicht unter Vertrag?

Okay, es gibt sie erst seit fünf Monaten, seit dreien proben sie sogar erst, wie sie in diesem Interview hier verraten. Aber man könnte die schon mal unter Vertrag nehmen, bitteschön, wo sie doch so schönen Rock machen. Zugegeben: Eine recht beliebige Umschreibung des Sounds, der sich für mich irgendwo zwischen der Berliner Australierin Kat Frankie, Björk und richtigen Rockbands, mit Gitarrensoli und so, einpendelt. Ist bestimmt nichts für späte Stunden im Club, aber für die regenbefeuerte Sommertristesse dieses Jahres und alle anderen Zeiten hat es definitiv einen „pull“, wie man ab jetzt so sagt.

Einstimmung? Ja, gerne.

Und damit sind wir schon bei den ganz Großen der Zunft: den Kings Of Convenience, unserem Schnipsel Nummer 2. Konnte man mangels Neuerscheinungen in den vergangenen fünf Jahren nichts anderes spielen als sämtliche Remixe von KoC-Songs, die durchs Netz geistern, oder The Whitest Boy-Alive, so gibt es ab dem kommenden September wohl endlich mal was Neues von den beiden Norwegern Eirik Glambek Bøe und Erlend Øye (das ist der, der unserem Beat F. nacheifert, was Stil und Haarpracht angeht). Sagen jedenfalls diese Blogs hier und hier und hier. Ist das jetzt einen Schnipsel wert?

Nein. Aber, aber, aber, die Tatsache, dass derzeit der erste Song namens Mrs. Cold aus dem Album rumgeistert, ist Katinka zuerst aufgefallen. Danke, dafür! Hier kann man den Song schon mal anhören und, äh, zwischenspeichern. Sollte das nicht funktionieren, hat die Hypemachine sicher noch  mehr Quellen. Ach so: Der Song ist erwartungsgemäß kingsofconvenience-esk gut.

Einen Haufen netter Überlegungen stellt der VEB Wortfeile an, unser Schnipsel Nummer 3. Eigentlich hätten wir den Blog auch schon bei unseren Nachbarblogs erwähnen können, ist uns aber nicht früher aufgefallen. Schade eigentlich, denn allein für den Satz „Zahlen sind weniger nahrhaft“ sollte man einen Preis verteilen dürfen. In dem von uns so gut gefundenen Text geht es also um Essen nach Zahlen, um das Bestellen von Gerichten mit Nummern statt Namen. „Einmal die 67, bitte“, sagt man ja meistens dann, wenn man das, was da geschrieben steht, nicht aussprechen kann und will und auch sollte. Insofern sind Zahlen für Essen also auch eine Art Feigenblatt für unsere Unfähigkeit (die okay ist), chinesische, thailändische oder andere, zumeist asiatische Gerichte formvollendet zu ordern. In dem Zusammenhang sei natürlich auch auf die großartige Kritik einer Kollegin hingewiesen, die, als sie noch in Leipzig wohnte, einmal dem sagenumwobenen Herrn Dang auf der KarLi eine Ode widmete.

Nummer 17, heute: Tante Taifun

P.S.: Am kommenden Samstag legen zwei von fünf der Gut wie Gold-DJs auf einer Geburtstagsfeier im D15 in der Dufourstraße auf. Wer mal wieder etwas mehr Indiepop und Indierock hören möchte, darf gerne kommen. Der Eintritt ist frei, das Bier kühl. Los geht’s um 22 Uhr!

8 Antworten zu “Schnipselmontag (10): Rosenkavaliere, Könige und Nummerngirls

  1. yeah ich bin ein schnipsel. naja, das lied. aber das steht doch gar nicht im meerespost!😉 die anderen schnipsel schau ich mir an wenn ich fleissig war!

  2. ah stimmt! nope, no dreckback!😉

  3. Die Band vor Whitest Boy Alive, von Leipzig’s Ehrenbürger der Herzen, Erlend Øye, hat neues Material. […]

  4. huh, danke für die ehre auf einer seite verlinkt zu werden, noch dazu in mehreren atemzügen mit kings of convenience😉. die cavalier rose kenne ich noch gar nicht, werde mich aber bei gelegenheit gerne reinhören. vielleicht komme ich am samstag undercover in die dufourstraße, als nummerngirl🙂.

  5. das wird günstig! ich vertrag nämlich nüscht alloloisches😉.

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