Offizielles Geheimnis

Der Sweat Club in Leipzig mausert sich immer mehr zu einem veritablen Hitschuppen. Bands, die morgen im NME am Rande erwähnt werden, traten dort gestern schon auf und das in einem Club, der daneben auch die Damen und Herren von Ed Banger nach Leipzig gelockt hat und lockt. Respekt auf der ganzen Linie also für das Booking, das ja schließlich, ähäm, auch uns am vergangenen Samstag dorthin gelotst hat. Hakte hier und da etwas, aber die Musikauswahl, das wurde uns bescheinigt, war toll.

Aber genug gesabbelt. Butter bei die Fische. Gestern Abend, Dienstag also, spielten die zurecht im NME gehypten Official Secrets Act einen Gig vor leider nur rund 40 Leuten. Wiesoweshalbwarum nur 40, keine Ahnung, manchmal ist das in Leipzig so. Und bei den Deppen von Stereophonics stehen und klatschen sich die Spackos dann die Hacken und Hände wund. Versteht keiner, ist auch nur ein Aufreger, musste aber mal angemerkt werden. Weiter im Text.

Ein Official Secrets Act ist eigentlich ein britisches Gesetz, das die Geheimhaltung von Staatsgeheimnissen, den Official Secrets, regelt. Normalerweise fallen darunter Informationen über die üblichen, verdächtigen Maßnahmen zur Terrorbekämpfung, Militäroperationen, das ABC des restriktiven Sicherheitsstaates eben. Offenbar aber auch Bands, sonst wäre das Konzert nicht so spärlich…wir hören schon auf.  Fakt ist: Die Official Secrets Act gehören nicht in irgendwelche Randspalten ohnehin überbewerteter Musikmagazine, die täglich drei Säue durchs Indierockdorf jagen. Sondern sie sollten in diesem Frühjahr aus jeder verfügbaren Boombox, jedem mp3-Player und jedem Autoradio plärren, wenn möglich mit der maximal grandios-sinnlosen Textzeile ihrer ersten Single „So Tomorrow„: „Everything’s better at the weekend/Everything’s better with a car/Everything’s better with a girlfriend, who is ten times cooler than you are“. Dann kämen zum nächsten Konzert vielleicht nicht mehr 40, sondern 400 Fans mit ihren coolen Freundinnen.

Ja, und die Musike, die ist auch gut. Welche Vergleiche zieht man am besten? Killers? Nää. Razorlight? Ooch nich. Wartet man mal besser auf den 3. April, da kommt das Debütalbum „Understanding Electricity“ in die Läden. Könnte stehen bei: „Indierock mit Horn und Synthie und smartem Sänger und komischem Namen und teilweise engen Jeans und weißen Hemden und Adern an den dünnen Ärmchen“. Das klingt despektierlicher, als es ist. Die Secrets sind wirklich ganz weit vorne.

Jetzt aber schon mal den Hit  „So Tomorrow“ zum Runterladen. Bittedankeküssdiehand.

Das Geheimnis verriet: Tante Taifun

Eine Antwort zu “Offizielles Geheimnis

  1. ja, das gefällt mir. ich hätte der 41. gast sein können. ging aber irgendwie nicht.

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